Martin-Gauger-Preis
 

 

 

Preisträger des Martin-Gauger-Preises 2017

Am 8.12.2017 fand die Preisverleihung zum 7. Martin-Gauger-Preis im Oberlandesgericht Köln statt.

Alle zwei Jahre ruft der Bund der Richter und Staatsanwälte in Nordrhein-Westfalen die Schülerinnen uns Schüler des Landes auf, sich an einem Schülerwettbewerb zum Thema Menschenrechte zu beteiligen. In diesem Jahr war das Wettbewerbsthema „Terror, Gewalt und Recht“. Zur Preisverleihung waren die Schüler der fünf Gewinnerklassen in den historischen Plenarsaal des Oberlandesgerichts Köln gekommen.

Der Vorsitzende des Landesverbands, Christian Friehoff, begrüßte die Schülerinnen und Schüler und die ebenfalls angereisten hochrangigen Vertreter der nordrhein-westfälischen Justiz. Er rief die Bedeutung der Menschenrechte und eines funktionierenden Rechtsstaats in Erinnerung und lobte das Engagement aller Teilnehmergruppen an dem Wettbewerb. Der Verband habe das Thema nicht zufällig gewählt. Zwar erlebten die Schülerinnen und Schüler des Landes glücklicherweise Terror bislang nicht unmittelbar. Aber durch die Nachrichten und vor allem durch die vielen schrecklichen Bilder sei er dennoch Teil ihres Alltags. Dabei sei Terror nur eine Variante der Gewalt. Gewalt beginne bereits auf dem Schulhof. Terror verbreite Angst und bedrohe so unmittelbar unsere freiheitliche Art zu leben, die durch das Recht geschützt werde.

Vorsitzender des Deutschen Richterbundes
Christian Friehoff

Präsidentin des Oberlandesgrichts Köln
Magarethe Gräfin von Schwerin

Dem Lob an die Teilnehmerklassen konnte sich die Präsidentin des Oberlandesgerichts Köln, Margarete Gräfin von Schwerin, unmittelbar anschließen. Als Vorsitzende der Jury berichtete sie, wie schwer die Auswahl der Gewinner und die Platzierung gefallen sei. Da sich Schülerinnen und Schüler von den unterschiedlichsten Schulformen und aus verschiedenen Altersklassen beteiligt hätten, sei ein Vergleich und eine Bewertung besonders schwierig gewesen. Da es aber nicht möglich gewesen sei, alle Teilnehmer auszuzeichnen, habe man eine Auswahl treffen müssen. Allen Beiträgen sei gemeinsam gewesen, dass sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Wettbewerbsthema auseinander-gesetzt hätten.

Gerhard Gauger

Danach berichtete eine Mitarbeiterin des Präventionsprojekts „Wegweiser“ in Köln von der Arbeit mit radikalisierten Jugendlichen. Es gehe darum, möglichst früh den Kontakt zu möglichen Betroffenen herzustellen und so terroristische Gewalttaten zu verhindern. Anschließend griff Gerhard Gauger, der Neffe Martin Gaugers, den Ball auf. Er berichtete aus dem Leben Martin Gaugers. Sein Onkel habe nicht nur den Eid auf Adolf Hitler verweigert und damit seine Karriere im Staatsdienst aufgegeben, sondern er habe auch danach verschiedene Angebote ausgeschlagen, sich in Sicherheit zu bringen. Das Leben Martin Gaugers habe sich durch Prinzipientreue und Gottvertrauen ausgezeichnet – Werte, die auch heute noch von großer Bedeutung sein sollten.

Die Veranstaltung wurde musikalisch von Kölner Nachwuchsmusikern umrahmt. Mit Saxophon, Keyboard und Kontrabass brachten die Kölner Schüler Schwung in den Plenarsaal des Oberlandesgerichts, bevor Präsidentin von Schwerin die folgenden Preisträger auszeichnete:

 

 

Die Preisträger:

1. Preis: AG 216 der Staatlichen Glasfachschule Rheinbach

Der Filmbeitrag „Celina – geh doch einfach weiter“ und das begleitende Heft enthalten eine besonders überzeugende Auseinandersetzung mit dem Wettbewerbsthema. Der Film erzählt eine Situation aus der Perspektive von vier verschiedenen Menschen unterschiedlicher Gesellschaftsschichten. Das Booklet befasst sich mit zahlreichen Aspekten von Terror, Gewalt und Recht. Der multimediale Ansatz und das hohe fachliche und gestalterische Niveau heben den Wettbewerbsbeitrag besonders heraus. Bei ihrer Bewertung hat die Jury berücksichtigt, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lebensälter sind als viele andere Wettbewerbsteilnehmer und eine fachspezifische Ausbildung absolvieren. Auch bei Anwendung dieses hohen Maßstabes sind die Beiträge aber ausgesprochen gelungen. Der im Film enthaltene Aufruf zu Zivilcourage wird dem Leben des Namensgebers des Preises in besonderer Weise gerecht. Martin Gauger hat für seine Courage mit dem Leben bezahlt.    

Hier können Sie den Filmbeitrag ansehen

 

2. Preis: Klasse 9 der Städtischen Gesamtschule Troisdorf-Sieglar

Das Theaterstück „the escape“ schildert die Geschichte einer Familie, die vor Terror in ihrem Heimatland nach Deutschland flieht, dort allerdings wieder Opfer von Gewalt wird. Die Geschehnisse werden in Deutschland in einem rechtsstaatlichen Verfahren aufgearbeitet. Die Jury hat die packende Handlung und die ausdrucksstarke Darstellung besonders positiv bewertet. Die weitgehend realitätsnahe szenische Wiedergabe einer Gerichtsverhandlung zeugt von einer detaillierten Auseinandersetzung mit dem deutschen Rechtssystem. Mit gelungenen schauspielerischen Leistungen und musikalischen Einlagen haben die Schülerinnen und Schüler einen überzeugenden Beitrag gestaltet.

Hier geht es zu Beitrag: Teil 1 und Teil 2

 

3. Preis: 8. Klasse der Internationalen Friedensschule Köln

Mit mehreren Einzelbeiträgen haben sich die Schülerinnen und Schüler aus den unterschiedlichsten Perspektiven mit dem Wettbewerbsthema auseinandergesetzt. Die Jury hat dabei besonders überzeugt, dass mit einem Rap, einer Präsentation, einem Theaterstück und einem animierten Film vielfältige Ausdrucksmittel gewählt wurden. Die Schülerinnen und Schüler haben sich ihrer Erfahrungswelt entsprechend besonders mit den Aspekten befasst, die Kinder betreffen. Gewalt gegen Kinder und der Einsatz von Kindersoldaten sind schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen.

Hier geht es zu den Beiträgen: Rap - Kindersoldaten-Präsentation

 

4. Platz: AG Menschenrechte der Christophorusschule Königswinter

Der Filmbeitrag „gedankenlos-auswegslos“ erzählt die Geschichte einer gemobbten Schülerin in Deutschland. Damit haben die Schülerinnen und Schüler einen wichtigen Ausschnitt des Wettbewerbsthemas aus dem Alltag der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgegriffen. Der Film ist realitätsnah und packend, die Gestaltung hat die Jury technisch und schauspielerisch überzeugt. Der Beitrag lässt erkennen, dass die Schülerinnen und Schüler sich in gemeinsamer Arbeit intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

Hier geht es zum Film

 

5. Platz: Klasse 9 der Heinrich-Heine Gesamtschule Duisburg

Die Schülerinnen und Schüler haben sich in ihrem Beitrag kreativ mit den verschiedenen Aspekten des Wettbewerbsthemas befasst. Auf unterschiedlichen Wegen haben sie sich den Begriffen Terror, Gewalt und Recht genähert. Dabei haben sie nicht nur in der Bibliothek den Wortsinn der Begriffe erkundet, sondern haben auch bei der örtlichen Polizei über die praktischen Verhältnisse recherchiert. Außerdem haben sich die Schülerinnen und Schüler kreativ gezeigt, etwa bei der gelungenen menschlichen Nachbildung einer Justitia.

Hier geht es zum Film